Grand Hotel Krakau Historia

Die Marke „Grand Hotel”, die ein Synonym von Hoteldienstleistungen auf einem ungewöhnlichen, luxuriösen Niveau darstellt, tauchte im 19. Jahrhundert auf. Die Hotels dieser Klasse wurden in den attraktivsten Stadtvierteln, oft in Schlossgebäuden, mit den mit Kunstwerken, aber auch mit den neuesten Errungenschaften der Technik ausgefüllten Innenräumen errichtet. Auf diese Weise konnten sie die raffinierten Geschmäcke vornehmster Klientel befriedigen. Die Geschichte von Krakauer Grand Hotel beginnt auch im 19. Jahrhundert, obwohl die Geschichte des Miethauses selbst, oder eines Miethaus-Komplexes, die das heutige Objekt bildet, in die mittelalterliche Zeiten reicht.

Zum Erwerber des Miethauses in der (St.) ulica Sławkowska 5, und bald auch des Nachbarmiethauses unter der Nummer 7, wird im Jahre 1873 das Fürstenpaar - Marcelina, die berühmteste Schülerin von Frédéric Chopin und Aleksander Czartoryscy. Damals wurde, unter der Leitung des bekannten Architekten Maksymilian Nitsch, aus zwei Miethäusern mit Mittelalter-Renaissance-Herkunft ein Fürsten-Sitz errichtet, der bis heute für einen hervorragendsten in der Republik Polen gehalten wird. Der Palast wurde bald zu einem Zentrum des gesellschaftlichen, intellektuellen und künstlerischen Lebens.

Der Erbe von Aleksander Czartoryski, Sohn Marcel, verpachtet das Schloss mit der Bestimmung für das Hotel (1886), und verkauft es nach einigen Jahren einem bekannten Kenner und Sammler von Kunstwerken, dem Aufständischen im Januaraufstand, Eustachy Jaxa Chronowski. Die Anpassungsarbeiten beaufsichtigt der bekannte Architekt der Sezession- und Modernezeiten Tadeusz Stryjeński. Am 15. Januar 1887 fand die Zeremonie der Eröffnung „des größten, modernsten und luxuriösten Hotels der Stadt”, wie die Presse berichtete, wobei sie Vergleiche zu den besten europäischen Hotels machte. Grand war bald voll von Gästen, hauptsächlich von aristokratischen Sphären Polens und Europas. Das Hotel wurde die ganze Zeit modernisiert und ausgebaut, wodurch ein Hotelunternehmen von Weltrang entstand, das bedeutend seine Zeiten überholte. Dann wurden an den Komplex zwei Mietshäuser von der (St.) ul. św. Jana angeschlossen; mit Hilfe eigener stromerzeugender Generatoren wurde das Hotel als erstes mit elektrischem Licht beleuchtet, die Zimmer wurden mit Bädern mit laufendem Wasser ausgestattet, es entstand ein legendäres, mit Glasdach bedecktes Restaurant errichtet, das im Zusammenhang mit den belgischen Spiegeln „Spiegelsaal” benannt wurde. Aus dieser Zeit stammt auch das bis heute erhaltene Tor von der Seite der (St.) ul. Sławkowska, das mit einer wunderschönen Sezessionmarkise bedeckt ist, und die Glasfenster, die die Flure und das Restaurant schmücken.

Ein häufiger Gast des Hotelcafés war in den Zeiten Henryk Sienkiewicz, für den, wie Adam Grzymała-Siedlecki schilderte: „Krakau nicht völlig Krakau wäre, wenn er um 10 Uhr in diesem Saal zum Käffchen mit Sahne nicht erschienen würde”. Ein bisschen später (1914), hielt sich hier während des Aufenthalts in Polen ein anderer großer Schriftsteller Joseph Conrad zusammen mit seiner Familie.

Die zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts ist die Zeit der größten Pracht des Hotels. In dieser Zeit begann das vornehmste Lokal von Krakau der Zwischenkriegszeit – das Café von Jan Bisanz – zu funktionieren, das die hervorragendsten Persönlichkeiten der Wissenschaft-, Kultur- und Kunstwelt zusammenbrachte. Auf einem der Wände des Restaurants hing ein riesiges Leinen, auf dem bekannte Maler, Dichter, Publizisten und Künstler ihre Gedanken äußerten. Es waren darauf hunderte unterschiedliche Sprüche, Skizzen und Gedichte, deren AutorenLucjan Rydel, Stanisław Wyspiański, Kazimierz Tetmajer und Ludwik Solski waren. Im Jahre 1936 war in Grand Hotel ein weltberühmter Tenor Jan Kiepura zu Gast, der, indem er die Menge seiner vor dem Hotel versammelten Verehrer befriedigen wollte, ein einzigartiges Konzert aus dem Fenster des Marmorappartements gab.

Es darf darüber nicht stillschweigend hinweg gegangen werden, dass Grand Hotel in der polnischen Literatur in Erscheinung getreten ist – ausgezeichnet beschreibt seine Erfahrungen aus der Arbeit als Kellner Henryk Worcell in seinem berühmten Roman „Verzauberte Tischbereiche” (1936).

In den vierziger Jahren befand sich Grad unter den Hotels, die mit einer Sonderverordnung ausschließlich für die Deutschen bestimmt wurden, wobei jedoch das ehemalige Personal gelassen wurde. In dieser schwierigen Periode halfen die Mitarbeiter des Hotels allen, die sich vor dem Nazi-Terror verstecken mussten.
Die ersten Nachkriegsjahren bringen den Niedergang der Epoche der Herrlichkeit von Grand Hotel. Es fängt ein neuer Zeitabschnitt der Geschichte an, der durch fortschreitende Stagnation und Verwüstung gekennzeichnet ist. Die Verstaatlichung des Objekts im Jahre 1960 beschleunigte seinen Untergang. Verwüstungen, Versäumnisse, Diebstähle, ungelungene Renovierungen, die, paradoxerweise unwiederbringliche Schäden anrichteten - dies war der Zustand, in dem die speziell begründete Gesellschaft Wawel-Imos International S.A. 1990 Grand Hotel übernahm, indem sie ihr neuer Pächter wurde.

Der Anfang der neunziger Jahre erwies sich für das verwüstete Grand als glücklich. Wawel-Imos International S.A. stellte eine schwierige aber auch ehrgeizige Aufgabe vor sich, das verfallenden Denkmal zu retten und seine Hotelfunktion wiederherzustellen. Durch enorme Aufwände, die wohl nur zu dem damaligen Grad der Verwüstung des Gebäudes verhältnismäßig waren, führte sie die Grundrenovierung des Gebäudes durch. Sorgfältig und sich um den geschichtlichen Charakter kümmernd renovierte sie die zerstörten Fragmente der Architektur und der Ausstattung, und teilweise stellte sie sie auch wieder her, wobei sie den Glanz und die Schönheit des ehemaligen Palastes wiederbrachte.

Den elitären Charakter des elegantesten Krakauer Hotels, wie auch seine Lage im Herzen der Altstadt, wissen die gekrönten Staatshäupter, Regierungschefs, weltberühmte Künstler, Schriftsteller, hervorragende Vertreter der Wisseschaftswelt, des Business und der Aristokratie zu schätzen. Es erwacht ein intellektueller Disput wieder, den im Hotelcafé eine Gruppe hervorragender Krakauer Professoren, an dem legendären Tischchen, das „Professorentischchen” genannt wird, führen.

Die Errungenschaften des Hotels wurden vom Ehrenausschuss eines Prestigewettbewerbs des Polnischen Promotionswappens „Teraz Polska” („Jetzt Polen”) bemerkt und hoch eingeschätzt In seiner 10. Edition wurde Grand Hotel, indem er eine goldene Statuette erhielt, Preisträger des ersten Preises in der Kategorie der besten Hotel- und Gastronomiedienstleistungen.

Mit einer großen Befriedigung nahm Grand die nächste Auszeichnung an – infolgedessen, dass es ehrenhaft die über hundertjährige Tradition vertrat, bekam es am 2. März 2004 den Status eines 5-Sterne-Hotels in Krakau.

Schöne, aber auch stürmische Geschichte von Grand Hotel scheinen die Idee zu bestätigen, dass diesen Ort seit Jahrhunderten der „Genius Loci” bewacht. Jener gute Geist kümmert sich sicherlich auch um alle, die hier wohnen ...

GRAND HOTEL KRAKÓW